Eine Schiffswallfahrt

Am 4. September 2021 fand der Ökumenische Tag der Schöpfung unter dem Motto «Damit Ströme lebendigen Wassers fließen» erstmals in internationaler Zusammenarbeit am Bodensee statt. Eine Schifffahrt verband die Orte Bregenz (Österreich), Lindau (Deutschland) und Romanshorn (Schweiz). Für die Feier wurde das Motorschiff «MS Alpenstadt Bludenz» reserviert.

Die Kirchen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz legen jedes Jahr im September ihren Schwerpunkt auf die Umwelt, die Natur – die Schöpfung und den Schutz davon. Initiiert hat die «SchöpfungsZeit» der Verein «oeku Kirche für die Umwelt». Auf der Webseite heißt es zum diesjährigen Motto: «Die Alpen sind das Wasserschloss vieler europäische Staaten. In unseren Seen sammelt sich das Wasser, das Länder und Menschen verbindet. Die SchöpfungsZeit bietet die Gelegenheit, für das Geschenk des Wassers zu danken und dafür zu sorgen, dass lebendiges Wasser auch in Zukunft fließen kann.» Die Schiffswallfahrt wurde vorbereitet von den christlichen Organisationen ACK in Deutschland, der ACK in Bayern, dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz.

Harald Rein, Bischof der Christkatholischen Kirche Schweiz stellte bei der Veranstaltung die kritische Frage: Tun wir für das Fließen von Strömen lebendigen Wassers das Richtige? Reden wir zu leise? Zeigen wir das zu wenig?» Bertram Meier, Bischof von Augsburg gab sich skeptisch und ermutigte alle, sich für die Umwelt zu engagieren, «es ist bereits fünf nach 12».

Mit an Bord war der Abteilungsleiter der Vorarlberger Wasserwirtschaft Thomas Blank, der die Gelegenheit ergriff, das Thema Wasser rund um den Bodensee zu veranschaulichen. „Die internationale Zusammenarbeit der Anrainerstaaten am Bodensee ist beispielgebend und eine Erfolgsgeschichte“, betonte Blank. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn der See verbindet fünf Millionen Menschen an seinen Ufern. Was in vielen internationalen Flusseinzugsgebieten nicht funktioniere, werde in der Bodenseeregion bestens bewältigt. Der Experte führte als Beispiele die Regelungen zur Schifffahrt oder zur Fischerei sowie die erfolgreichen Maßnahmen zum Gewässerschutz an.

Im Bodensee-Einzugsgebiet gebe es insgesamt genug Wasser, informierte Diplom-Ingenieur Thomas Blank. „Mit der Jahres-Regenmenge von 2000 Millimeter in großen Teilen des Einzugsgebiets leben wir hier in einer der niederschlagsreichsten Regionen des Planten“, so der Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft. „Die sehr gute Zusammenarbeit der Verantwortungsträger und Experten rund um den See ist eine wichtige Voraussetzung für den auch weiterhin guten Umgang mit unserem Naturparadies Bodensee“, betonte Blank. Aber auch das Verständnis, das Bewusstsein und die Wertschätzung jedes einzelnen Menschen am See seien hierfür wichtig.

Einmal mehr zeigte es sich, dass Schiffe für vielerlei Zwecke hervorragend als Transportmittel und Veranstaltungsort geeignet sind. Christliche Veranstalter zählen deshalb historisch zu den treuen Kunden der Schifffahrt, die besonders eng mit dem Element Wasser und mit dem Schiff verbunden sind. Mitverantwortlich dafür ist, dass das Schiff als kirchliches Symbol einen hohen Stellenwert hat. Auch die architektonische Gestaltung des Kirchenbaues findet mit dem Schiffsvergleich eine enge Verbindung zur Schifffahrt.

MS ALPENSTADT BLUDENZ  (ex-Name bis 2006 „MS Bodan 1073“) ist ein Schiff der Vorarlberg Lines Bodenseeschifffahrt GmbH & Co KG. Zulassung für 250 Passagiere, Baujahr 2004 (Bodan Werft-Kressbronn), Länge 32,50 m, Breite 7,20 m, Gewicht 152 to, Motorleistung 500 kw, 23 km/h.

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