HORST FELBERMAYR – Pionier der Schwergutlogistik ist verstorben

HORST FELBERMAYR – Pionier der Schwergutlogistik ist verstorben

Nach schwerer Krankheit hat die Branche der Schwergutlogistik und des Bauwesens am 13. März 2020 mit Horst Felbermayr einen großen Unternehmer verloren. Der Firmenchef aus Wels (A) prägte über rund 50 Jahre das Gewerbe, ehe er 2015 als Vorsitzender in den Aufsichtsrat wechselte und das operative Geschäft seinem gleichnamigen Sohn überantwortete.

Die Transportlogistik hat einen Pionier der trimodalen Schwergutlogistik verloren. Nach schwerer Krankheit hat die Branche am 13. März 2020 einen Firmenchef verloren, der das Gewerbe 50 Jahre nachhaltig geprägt hat, bevor er das operative Geschäft seinem Sohn Horst überantwortete.
Das Familienunternehmen Felbermayr, mit Sitz in Wels, hat heute etwa 2.700 Mitarbeiter und 67 Standorte in 19 Ländern. Damit zählt Felbermayr zu den größten Schwergutlogistikern in Europa.1967 übernahm der gelernte KfZ-Mechaniker Horst Felbermayr den damals noch kleinen Betrieb von seinem Vater Franz Felbermayr und führte ihn gemeinsam mit seiner Gattin Gisela und dem Halb-Bruder Franz zur heutigen Größe. Mitte der Siebzigerjahre wurden erste internationale Schwertransporte durchgeführt. Im Geschäftsfeld Bau folgte die Spezialisierung auf Leitungsbau und Erdarbeiten, auch die lokale Schottergewinnung und der Wasserbau wurden forciert. Dabei legte Horst Felbermayr schon damals großen Wert auf Nachhaltigkeit und erhielt 1998 für die naturnahe Rekultivierung von Kieswerken den Umweltschutzpreis des Landes Oberösterreich.

Mitte der Neunzigerjahre wurde mit der Gründung eines Bereiches für internationale Tieflader Bahntransporte die Weichen für trimodale Schwertransporte gestellt. So gelang es Horst Felbermayr mit dem Ankauf eines Firmengeländes der damaligen VÖEST in Linz einen Schwerlasthafen und damit den Anschluss an die internationalen Wasserstraßen zu erwerben. Somit wurde mit der Kombination der Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasser die Vision trimodaler Schwertransporte Realität.

Anfang des neuen Jahrtausends nahm der Mittfünfziger so richtig Fahrt auf und drängte massiv auf den europäischen Markt. Es wurden Bereiche für Tief- und Spezialtiefbau gegründet, der Fuhrpark massiv erweitert und ein Bereich für Schwermontage installiert.

Über die zielstrebige Verfolgung der Firmenziele hinweg hat Horst Felbermayr nicht vergessen, für Zeit nach ihm rechtzeitig die Weichen zu stellen. Der Konzern befindet sich unter solider Führung und man kann davon ausgehen, dass diese die schweren Herausforderungen, die es derzeit in der Logistikbranche zu bewältigen gilt, meistern werden. Für seine unternehmerischen Leistungen erhielt Felbermayr (Logistik-Manager 2013) 2004 das große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. 2006 folgte das Silberne Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich und bereits 1985 erhielt Horst Felbermayr das goldene Ehrenzeichen der Stadt Wels.

Horst Felbermayr – eine Unternehmerpersönlichkeit.
Trotz großer wirtschaftlicher Herausforderungen und enormer Risikobereitschaft hatte der gelernte Kfz-Mechaniker immer ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter. Er verstand es auch, diese von seinen Visionen zu überzeugen und auf Augenhöhe an seinen unternehmerischen Zielen teilhaben zu lassen. Doch trotz aller Erfolge verlor Horst Felbermayr nie die Bodenhaftung, war sich immer der Leistung seiner Mitarbeiter bewusst. Zusammen mit Ehefrau Gisela gelang es dem Firmenchef, diese Eigenschaft „unternehmerischer Bescheidenheit“ auch an seine Kinder weiterzugeben.

Heute leitet der gleichnamige Sohn des großartigen Unternehmers zusammen mit seiner Frau Andrea erfolgreich das Unternehmen. Im Jahr 2015 wechselten Gisela und Horst Felbermayr senior in den Aufsichtsrat. Die Tochter Elisabeth verantwortet die Immobilien des Unternehmens.

Zusammen sind sie nun mit weiteren Geschäftsführern und den Mitarbeitern, in dritter Generation, für das Welser Familienunternehmen verantwortlich. Den Grundstein für die weitere Entwicklung des Unternehmens legte Felbermayr senior noch im September vergangenen Jahres – mit dem Spatenstich für die neue Unternehmenszentrale. Damit beschloss der erfolgreiche Unternehmer sein Lebenswerk. Die Branche verliert mit Horst Felbermayr einen fairen Mitstreiter mit Handschlagqualität und das Unternehmen eine Leitfigur, die auch in Zeiten enormer persönlicher Belastung für seine Mitarbeiter und deren Anliegen da war. (RED)

Quelle: Binnenschiff-Journal 2/2020

Peter Baumgartner

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