Kapitäne der Binnenschifffahrt fordern ein Ende der Kannibalisierung

Die Verhaftung und gezielte Diffamierung eines Kapitäns in Budapest, der in ein schweres Schiffsunglück (29.5.2019) mit Todesfolgen verwickelt war, hat für einen erheblichen Wellengang in der Binnenschifffahrt gesorgt.

Erstmals in der Binnenschifffahrt haben viele Kapitäne eine Petition unterschrieben und damit gegen die, ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Inhaftierung eines Kollegen in Budapest protestiert.  Die Unterzeichner der Petition, soviel ist sicher, sind jedenfalls wild entschlossen, der Kannibalisierung im Binnenschifffahrtsrecht ein Ende zu setzen.

Inzwischen wurde der Kapitän unter strengen Auflagen wieder frei gelassen, aber die mediale öffentliche Vorführung des Ukrainers geht weiter und dient offenkundig vordergründig wohl dazu, die Aufmerksamkeit von einer ganzen Reihe ungeklärter Fragen abzulenken, die zur Katastrophe geführt haben.

Hier geht es um nicht weniger, als um einheitliche Grundsätze und Maßstäbe im europäischen Binnenschifffahrtsrecht. Für den Bereich der Wasserstraße Donau eine ureigene Aufgabe der Donaukommission in Budapest, der sie sich zu stellen hat. Aber es ist kein Geheimnis, dass das Donauregime hauptsächlich mit sich selber beschäftigt ist und folglich die Nationalstaaten, ja sogar jeder einzelne Hafenkapitän, sich an selbst gebastelten Regeln orientiert. Statt im wachsenden Europa der Gemeinschaft eine führende Rolle zu übernehmen, verliert die Donaukommission, einst erste europäische Organisation mit großer Geschichte,  zunehmend an Bedeutung und Einfluss.

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Markus Jaklitsch

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